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NACH DEM ERSTEN WELTKRIEG |
ADOLF HITLER |
FASCHISMUS
HITLER und ANTISEMITISMUS |
DIE FLUCHT
DER STUDENT |
DIE KRISTALLNACHT |
DAS KINDERTRANSPORT
DIE DEUTSCHE BESATZUNG |
ESSENMARKEN |
DER 2.WELTKRIEG
DER DAVIDSSTERN |
GETTOS |
DIE „JUDENFRAGE“ |
DIE DEPORTATIONEM
WER WIRD UNS VERSTECKEN? |
VERSTECKTE KINDER
LEBEN IN DER DUNKELHEIT |
VERSTECKTE JUNGEN
DIE ENDABRECHNUNG
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Der erste Weltkrieg begann in 1914 und endete in 1918 mit
Deutschlands Niederlage. Noch nie, in der Geschichte von bisherigen
Kriegen, gab es so viele Tote.
Der Versailles Vertrag, mit den
Friedensbedingungen, wurde in 1919 in Paris unterzeichnet. Da
Deutschland für diesen Krieg verantwortlich war, so hiess es, war sie
auch für alle Schaden der Alliierten verantwortlich und mußte dafür
zahlen, nämlich 132 Milliarden Goldmark, bezahlbar über 37 Jahren mit
6% Zinsen, das heisst jährliche Zahlungen von 2 Milliarden Goldmark
sowie auch 6% deutscher Exporte.
Der britische Volkswirtschaftler, John Maynard Keynes, stellte fest,
daß diese Zahlungen über drei Mal mehr waren, als die, die
Deutschland zahlen konnte.
Diese Finanzbelastung und die Demütigung führte zu Deutschlands
Empörung gegen ganz Europa, die Hitler nicht nur für sich sondern
auch für die Nazi Partei und den Wahlen ausnutzte.
In 1921 stellte die deutsche Regierung fest, daß es ihr unmöglich war
diese Zahlungen zu machen.
In 1923 war die Wirtschaftslage in Deutschland noch schlimmer und
wurde noch intensiver in 1929 durch den New York Börsenabbruch.
Hitler benützte diese Lage für seine nationalsozialistischen
Wahlkämpfe, indem er versprach den Versaillesvertrag abzulehnen und
Deutschlands Stolz und Wohlstand wiederherzustellen sobald er an die
Macht kam. |
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Adolf Hitler ist im April 1889 in Braunau in österreich, an der
deutschen Grenze, in einem gebieterischen Haushalt auf die Welt
gekommen. Sein Vater, ein Zollbeamter, war jähzornig und streng
während ihn seine Mutter verwöhnte. Mit 15 Jahren verliess er die
Schule und wollte Künstler werden. Nachdem er in 1907 nicht von der
Wiener Kunstakademie angenommen wurde, verbrachte er die nächsten
5 Jahre in Herbergen und versuchte, um etwas zu verdienen, jedoch
erfolglos, seine Zeichnungen in Cafes und Bierkellern zu verkaufen.
Am Anfang des ersten Weltkrieges trat er in das deutsche Heer ein.
Vier Jahre lang war er ein Meldefahrer oder Läufer an der Front
zwischen den Kommandaturen. Oft war das gefährlich. In 1914 wurde er
Gefreiter und zwei Jahre darauf wurde er verwundet. Man hat ihm das
Eiserne Kreuz Erster Klasse ausgeliehen.
Nach Kriegsende arbeitete er in der politischen Abteilung der
Münchner Armee Kommandatur. Er war anerkannt als Fachmann in
jüdischen Sachen und man gab ihm einen Brief, der sich um die
jüdische Frage handelte, damit er sie erkläre.
Seine Antwort darauf, mit dem Datum September 1919, zeigte seine
ersten Zeilen über die „Judenfrage“.
„Das Judentum ist zweifellos eine Rassengemeinde und keine Religionsgemeinde,“ schrieb er,
„deren Einfluss zur Rassentuberkulose der Menschheit beitragen wird.“
Sein Brief geht weiter: „Dieser rationale Antisemitismus muss, jedoch,
zu einer systematischen und gesetzlichen Opposition und der Beseitigung von besonderen angenommenen
Privilegien führen […] Das Ziel muss also die Ausrottung der Juden sein.“
Im Jahr 1921 wurde Hitler der uneingeschränkte Vorsitzende der nationalsozialistischen (Nazi) Partei.
Drei Jahre später organisierte er, zusammen mit seinen Anhängern, einen Putsch gegen die bayerische Regierung,
der jedoch fehlschlug. Er wurde wegen Verrats verurteilt und verbrachte neun Monate im Gefängnis.
Während dieser Zeit diktierte er seinem Freund, Rudolf Hess, sein jetzt berühmtes Buch „Mein Kampf“.
Die zwei Bände wurden im Jahr 1925/26 veröffentlicht. Sie enthalten Hitlers Ideen für die Zukunft.
Bis 1945 wurden zehn Millionen Exemplare verkauft.
In diesem Buch hetzt Hitler gegen die Juden.
Er schreibt, dass die deutsch-arische Herrenrasse die Beste sei und das deutsche Volk die Juden
ausrotten müsse und versprach, dass die Nazis dies tun würden.
1932 hatte die Nazipartei, die Faschisten waren, 1,4 Millionen Mitglieder.
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Faschismus ist eine autoritäre politische Ideologie. Das Wort „Faschist“ wurde ursprünglich von
Benito Mussolini in Italien 1920 verwendet.
Faschistisch anerkannte Regierungen kamen in Deutschland, Rumänien, der Slowakei und Kroatien an die Macht.
Diese Regierungen waren antidemokratisch und antimarxistisch. Einige davon, jedoch nicht alle, waren auch antisemitisch.
Ein deutscher Journalist namens Wilhelm Marr war der Erste, der das Wort Antisemitismus im Jahr 1867 prägte.
Damit konnte man über Judenhass in gediegener Gesellschaft diskutieren.
Ungefähr neun Millionen Juden lebten in Europa. 1933 gab es eine halbe Million deutscher Juden,
die, wie viele andere Juden in Westeuropa, die Kultur, aber nicht die Religion ihrer nicht-jüdischen
Mitmenschen angenommen hatten.
Im Ersten Weltkrieg gab es tausende von jüdischen Soldaten in der deutschen Armee, von denen viele Tapferkeitsorden erhielten.
Zwischen 1905-1933 waren 11 der 37 deutschen Nobelpreisträger Juden.
In den frühen 30iger Jahren litt Deutschland an den Folgen der Weltwirtschaftskrise.
Millionen von Menschen waren arbeitslos, was zu sozialen Unruhen führte und das Vertrauen in
die Weimarer Republik schwächte.
Viele Deutsche waren noch verbittert wegen ihrer Niederlage
im Ersten Weltkrieg und die Art und Weise, wie sie von den Siegern behandelt wurden.
Diese nationale Schande sowie auch die unsichere Wirtschaftslage, führte zum Wunsch nach einer
entschiedenen Regierung und nationalem Selbstvertrauen.
Die Nationalsozialisten waren im Jahr 1932 die größte politische Partei in Deutschland.
Paul von Hindenburg, der 85jährige Präsident Deutschlands, ernannte Hitler zum Kanzler der Koalitionsregierung,
um weiteres Chaos zu vermeiden und soziale Ordnung zu sichern.
Was jedoch folgte, war, dass innerhalb von sechs Monaten Hitler an die Macht kam und die Nazi-Partei
die alleinige politische Macht erlangte. Bürgerrechte gab es nicht mehr,
politische Gegner wurden verhaftet und kamen in Konzentrationslager wie z.B. Dachau.
Bereits 1933 gab es 50 Konzentrationslager in Deutschland und über 25.000 Sozialisten, Kommunisten und Juden
wurden dort gefangen gehalten.
Hitler, so wie er es in seinem Buch „Mein Kampf“ schrieb, war überzeugt,
dass die Juden das Leben der Deutschen am meisten bedrohten. Sie mussten, der Naziideologie nach, ausgerottet werden.
Kurz nachdem er an die Macht kam, führte er den Antisemitismus ein, der den Kern seiner Ideologie darstellte.
Den Juden ging es nach der Machtübernahme der Nazis schlecht. Erst kam der Boykott jüdischer Geschäfte bei
dem Nazi-Sturmbandführer die Geschäfte mit Parolen beschmierten, z.B. „Kauft nicht bei Juden“ und „Juden sind unser Unglück?.
Wachen standen drohend vor Häusern jüdischer ärzte und Rechtsanwälte, um den Eintritt zu behindern.
Juden wurden auf den Straßen geschlagen, bedroht und gedemütigt.
Jüdische ärzte wurden aus öffentlichen Krankenhäusern entlassen, jüdische Apotheker bekamen keine amtliche Genehmigung
und jüdische Rechtsanwälte konnten ihren Beruf nur begrenzt ausüben.
Es blieb daher den Juden nichts anderes übrig, als ihre Geschäfte 30 % bis 60 % unter dem wahren Wert zu verkaufen.
Es wurde deutschen Juden verboten Handwirtschaft zu betreiben, als Journalisten, Künstler, Literaten, Musiker,
im Radio oder im Theater zu arbeiten.
Juden mussten spezielle Ausweise mit sich führen. Der jüdische Davidstern musste an Häusern, in denen Juden wohnten,
angebracht werden. Man zwang Juden auf den Knien Straßen zu scheuern. Jüdische Pässe waren mit einem „J“ gestempelt,
um zu verhindern, dass Juden als Christen über die Grenze in die Schweiz gelangten. Jüdische Schüler wurden von allen
Schulen, außer jüdischen, ausgewiesen. Parks und Schwimmbäder waren ihnen auch verboten.
Jüdische Männer mussten den Vornahmen „Israel“ annehmen und die Frauen „Sara“.
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Nach dem Verlust ihrer Freiheit und ihres Einkommens konnten etwa 37000 Juden im Jahr 1933 aus Deutschland auswandern.
Die Kosten dafür groß und nicht alle konnten sich das leisten. Für die älteren war es oft körperlich unmöglich und Angst einflößend.
Die meisten Juden mussten als dableiben in der Hoffnung, dass es nicht so weiterginge.
Die Verfolgung wurde jedoch schlimmer.
Innerhalb Deutschlands, sowie auch in der ganzen Welt war es kein Geheimnis,
dass Hitlers Regierung Juden systematisch verfolgte und isolierte. Sie durften nicht am alltäglichen Leben in Deutschland teilnehmen.
Im Jahr 1937 durften mehr als 60 % der jüdischen Kinder nicht mehr deutsche Schulen besuchen.
Juden wurden weiter in Konzentrationslager eingesperrt.
Die unfreiwillige Auswanderung löste jedoch nicht die „Judenfrage“.
Franz Mayer, ein jüdischer Journalist, beschreibt die Auswanderung wie folgt:
„An einem Ende schiebt man einen Juden mit Besitz mit Geschäft, mit einem Bankkonto und mit Grundrechten hinein
und kommt am anderen Ende heraus als jemand ohne Besitz, ohne Privilegien, ohne Grundrechte ausgestattet mit
einem Pass und dem Befehl, das Land innerhalb von zwei Wochen zu verlassen, wenn er sich nicht in
einem Konzentrationslager wiederfinden möchte“.
Innerhalb von sechs Monaten nach dem Anschluss hatte Eichmann 45.000 Juden aus österreich ausgewiesen.
Ein Jahr darauf waren 100.000 Juden aus österreich ausgewandert, d.h. 50 % der jüdischen Bevölkerung.
Obwohl die Abgeordneten in der internationalen Konferenz, die 1938 US-Präsident Franklin D. Roosevelt organisierte,
Mitgefühl für die jüdischen Flüchtlinge zeigten, blieben die Türen ihrer Länder fest geschlossen.
Die Auswanderung allein war offensichtlich für die Nazis nicht die Lösung der „Judenfrage“.
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1938 hörte Herschel Grynszpan, ein 17jähriger jüdischer Student in Paris, dass seine polnisch-jüdischen Eltern
ihre Wohnung in Hannover verlassen mussten, um in ein polnisches Konzentrationslager geschickt zu werden.
Am 7. November ging der junge Grynszpan in die deutsche Botschaft, und um sich zu rächen schoss er auf den
Diplomaten Ernst von Rath, der zwei Tage darauf starb. Grynszpan wurde verhaftet.
Hitler entschied sich, den Mord an Rath an den Juden zu rächen. Am 9. November 1939 wurden in ganz Deutschland Synagogen,
jüdische Friedhöfe, Krankenhäuser, Geschäfte und Wohnungen ausgeraubt, zerstört und in Brand gesetzt.
Dieses Ereignis wurde als Kristallnacht bekannt.
Viele Juden wurden ermordet, geschlagen und tausende
wurden verhaftet und in KZs geschickt. Die Kristallnacht machte jedem klar, dass die Juden niemals
ein normales Leben im 3. Reich führen könnten.
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Bis zum Jahr 1938 hatten viele Länder ihre Grenzen für jüdische Flüchtlinge geschlossen.
Jedoch erlaubte die britische Regierung im November jüdischen Kindern ohne erwachsene
Begleitung nach Großbritannien zu kommen. Diese Aktion wurde bekannt als der „Kindertransport“.
Die Kinder kamen aus Deutschland, österreich und der Tschechoslowakei.
Die Transporte wurden von britischen Juden, Quäkern und anderen Wohltätigkeitsorganisationen finanziert
und organisiert. Die Transporte hörten erst im September 1939 auf, als GB dem Deutschen Reich den Krieg erklärte.
In dieser Zeit waren fast 10.000 Kinder vor den Nazis geflüchtet, der größte Exodus von Kindern aus von Nazis besetztem Gebiet.
Der US-Senat erklärte, dass sie keine Kinder einreisen lassen würden, da es „gegen den Willen Gottes sei,
Kinder von ihren Eltern zu trennen.“
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Im März 1938 überschritten deutsche Truppen die österreichische Grenze und
machten österreich zu einem Teil des deutschen Reiches.
über Nacht unterlagen die 190.000 österreichischen Juden den verbrecherischen, antijüdischen Gesetzen.
7 Monate danach besetzte Deutschland das tschechische Sudetenland
Am 15. März 1939 marschierten deutsche Truppen in Prag ein und
120.000 Juden wurden von der grausamen SS verfolgt.
Wieder gezwungen zu fliehen, gingen viele nach Polen und Ungarn.
Innerhalb von 6 Monaten waren mehr als 30.000 Juden gezwungen zu fliehen.
Von den 90.000 Juden, die zurückblieben, konnten nur 10.000 das Naziregime überleben.
Kurz darauf setzten die Nazis dieselben Gesetze in den besetzten Gebieten in Kraft und
genauso wie in Deutschland nahmen sie die Juden finanziell aus. Sie froren Bankkonten ein,
Geschäfte wurden geschlossen und Eigentum konfisziert.
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Im August 1939 wurde die deutsche Wirtschaft auf eine Kriegswirtschaft umgestellt.
Die deutsche Regierung gab spezielle Essensmarken für Zigeuner und Ausländer aus.
Die Essensrationen für Juden bedeuteten eine Hungerdiät von 200-300 Kalorien pro Tag.
Am 1.September 1939 marschierten die deutschen Truppen in Westpolen ein und lösten dabei den 2. WK aus.
Zwei Tage später, am 3. September, erklärten GB und Frankreich Deutschland den Krieg.
Die deutschen Einheiten besetzten Westpolen und am 17. September fiel die Sowjetunion in Ostpolen ein.
Am folgenden Tag befahl Reinhard Heydrich, dass alle jüdischen Gemeinden in Polen und Deutschland aufgelöst
werden sollten und die Deportation der Juden in Ghettos und Konzentrationslager beschleunigt werden sollte.
Die „Todesstraße“ wurde für Juden eingeführt, die sich für die Deportation nicht meldeten.
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Polnische Juden über 10 Jahre werden gezwungen, auf dem rechten ärmel stets einen Davidsstern zu tragen.
Deutsche Juden trugen ein Armband mit einem gelben Stern, auf dem das Wort „Jude“ stand.
Armbänder im Warschauer Ghetto zeigten einen blauen Stern, griechische Juden trugen ein Abzeichen
mit einer Identitätsnummer und russische Juden hatten ein gelbes Abzeichen auf der Brust und dem Rücken.
Damit konnten alle, nicht nur die Nazis, die Juden überall erkennen.
Wenn man kein Armband trug, wurde man als Strafe standesrechtlich hingerichtet. Juden wurden ohne Grund geschlagen,
ermordet und in Konzentrationslager geschickt. 2 Jahre Arbeitslager wurde für alle männlichen
Juden zwischen 14 und 60 Jahre zwangsweise eingeführt.
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1939 wurden Tausende von Juden gezwungen, in Ghettos zu wohnen.
Tausende von tschechischen Juden wurden in polnische Ghettos deportiert.
Sie durften nur das mitnehmen, was sie tragen konnten oder was auf einen Karren passte.
Die Ghettos waren abgetrennte, bewachte und eingemauerte Gebiete, in denen Juden gezwungen
wurden in überfüllten, unhygienischen und miserablen Bedingungen zu leben.
Vier bis fünf Leute wurden in ein Zimmer gezwängt. Damit war ein Privatleben unmöglich und die sanitären
Einrichtungen waren fürchterlich. Ihnen wurden nur kümmerliche Essensrationen
gegeben und es gab keine bezahlte Arbeit. Was ihnen Wert war und was sie mit ins Ghetto genommen hatten,
mussten sie bald verkaufen oder verbrennen, um ein wärmendes Feuer zu haben.
Viele mussten Zwangsarbeit für die Deutschen leisten. Tod durch Krankheit oder Hunger kam häufig vor,
besonders bei den älteren und Kindern.
Lodz in Polen war das erste Ghetto, das von den Deutschen im Oktober 1939 gegründet wurde
und 170.000 Juden mussten dort leben. Das Warschauer Ghetto war mit 490.000 das größte.
Es wurde 1940 verriegelt. Unter anderem gab es in Krakow und Lublin Ghettos.
Es gab auch Ghettos in Minsk (Sowjetunion), Komo und Vilna (Litauen) und Riga (Lettland).
Die einzige Möglichkeit einem Ghetto zu „entfliehen“ war mit einer Nazideportation zu den Vernichtungs-
oder Arbeitslagern.
Zwischen 1942/43 liquidierten die Nazis die Ghettos,
indem sie Hunderttausende von Juden in die Todeslager schickten.
Das Ziel der Nazis war, so schnell wie möglich viele Juden umzubringen.
Sie hofften, dies durch Verhungern, üble Lebensbedingungen und Krankheit in den dreckigen,
überfüllten Ghettos zu erreichen. Und die Leute starben zu Tausenden, jedoch nicht in den Mengen und schnell genug für die Nazis.
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Reinhard Heydrich war beauftragt worden, die „Judenfrage“ zu lösen und zwar nicht nur durch Emigration und Evakuierung.
Er hatte schon die Ghettoisierung der polnischen Juden angeordnet und hatte die Massendeportation der Juden in Osteuropa angeordnet.
Im Januar 1942 organisierte Heydrich in Berlin die sogenannte „Wannsee-Konferenz“, die von vielen Nazigrößen besucht wurde.
Auf diesem Treffen wurden die Pläne für die „Endlösung der Judenfrage“ besprochen.
Die Vorbereitungen hatten schon Ende 1941 begonnen. Dem Protokoll der Wannseekonferenz zufolge,
sollten 5 Millionen Juden in der der UdSSR (jetzt Russland) umgebracht werden, dies beinhaltete drei Millionen in der Ukraine,
700.000 in den unbesetzten Zonen Frankreichs, 5600 in Dänemark und 200 in Albanien.
Es wurden auch Zahlen für die Länder genannt,
die noch nicht von den Nazis besetzt waren, darunter England (330.000), Spanien (6.000), Schweiz (18.000),
Schweden (18.000) und die Türkei (55.000). Die Wannseekonferenz dauerte weniger als 90 Minuten.
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1942/43 erhöhten die Nazis die Deportationen von den Ghettos in die Gaskammern.
In den schmutzigen Straßen der Ghettos war die Existenz der Gaskammer ein Gerücht,
das täglich die Runde machte. Keiner, kein einziges Familienmitglied hatte jemals ein
Wort von einem der tausend Juden gehört, die festgenommen und in Viehwagen deportiert
worden waren. Den Leuten wurde langsam bewusst, dass sie fliehen mussten.
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Aber das Leben außerhalb eines Ghettos war für Juden äußerst gefährlich.
Der Antisemitismus war überall vorhanden und die Nazis hatten ein Gesetz erlassen,
dass das Verstecken von Juden unter Todesstrafe stellte.
Viele machten trotzdem Pläne zu fliehen und sich zu verstecken.
Es waren eilig geschmiedete oft verzweifelte Pläne mit Hilfe von nichtjüdischen Polen,
die oft alte Freunde waren, Arbeitgeber oder sogar völlig fremde Personen.
Alle diese Personen waren Christen, die nicht im Ghetto lebten.
Meistens nahmen sie Kinder, manchmal auch mit ihren Müttern zu sich auf.
Die Personen, die unter Androhung der Todesstrafe riskierten, Juden zu verstecken,
waren oft arme Bauern und Landarbeiter und sie wurden dafür bezahlt.
Juden, die besser gestellt waren und es geschafft hatten, Gold, Schmuck oder Geld in das
und aus dem Ghetto heraus zu schmuggeln, verwendeten dies, um ihre Retter zu bezahlen.
Die Frage was passieren würde, wenn das Geld ausging und man weiter versteckt leben musste,
durfte nicht gestellt werden, nicht in diesem Umfeld, das durch Panik und Furcht geprägt war.
Obwohl manche der versteckten Personen im Stich gelassen wurden, als das Geld ausging,
wurden viele weiter versteckt, obwohl sie nichts mehr dafür zu bieten hatten.
Man hat versteckten Personen Essen gegeben und ihre Beschützer riskierten,
dass sie an die Nazis verraten wurden, weil sie ein ungewöhnliches Verhalten zeigten,
wie z.B. dass sie drei statt wie üblich eine Kartoffel kauften.
Viele nahmen kleine Kinder auf und behaupteten es wären ihre eigenen und behielten sie bis
nach dem Ende des Krieges.
Viele katholische Nonnen in Klöstern versteckten jüdische Kinder
und auch bei ihnen wurde von der SS Durchsuchungen gemacht.
Einige Juden hatten gefälschte Papiere gekauft in denen sie als Christen geführt wurden.
Aber oft waren die Fälschungen nicht gut genug und wurden durch Nazikontrollen aufgedeckt.
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Die Kinder hatten Glück, wenn sie unter ihren Eltern fliehen konnten,
aber viele Kinder wurden alleine aus den Ghettos geschickt.
Manche entkamen in der Nacht durch ein Loch in der Ghettomauer oder sie
flohen durch die Ghettokanalisation, oft während der organisierten Verhaftungen
in den Ghettos.
Die Kanalisation war eine Fluchtroute in die Welt jenseits der
Ghettomauern. Manche hatten ihre Flucht vorgeplant, indem sie sich ein Loch in
die Kanalisation gruben und einen Kanalisationsarbeiter bezahlten, der sie in
den kilometerlangen, mit Ratten bevölkerten Tunnel, versteckte.
Die Nazis wussten dies und warfen oftmals Bomben in die Kanalisation.
Kinder, manche nur sieben Jahre alt, flohen alleine, ihre Flucht wurde oft von
verzweifelten Verwandten organisiert. Wenn sie einmal außerhalb der Mauern wären,
würden sie von einem Fremden versteckt werden. Kinder, die ihre Familien durch
Deportation verloren hatten, mussten alleine durchkommen und waren auf den gefährlichen
Straßen schutzlos der Welt ausgesetzt.
Die Juden, die blond und blauäugig waren,
hatten eine größere Chance auf der Straße zu überleben. Sie schliefen in Toiletten,
mussten Essen stehlen oder als Dienstboten arbeiten. Oft gingen die Kinder auf das Land,
wo sie auf Bauernhöfen arbeiten konnten. Oder sie überlebten mit gestohlenem
Essen indem sie sich in Schuppen versteckten. Jeder, der sich versteckte war ein mögliches
Opfer für Erpresser und Verräter.
Niemand weiß genau, wie viele Juden sich versteckten,
aber es wird angenommen, das während der Kriegszeit zwischen 1939 und 1945 ungefähr 400.000 Juden
versteckt waren. Viele der überlebenden, die Familienmitglieder nie mehr wieder sehen würden,
litten an Depressionen und Schuldgefühlen.
Junge Kinder wohnten mit diesem Schuldgefühl auf, obwohl es die letzte liebende Tat der Eltern war,
ein Versteck für ihre Kinder zu organisieren.
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Versteckt zu leben war weder einfach, noch bequem oder gar sicher. Es gab nur wenige gute Verstecke.
Die Versteckten lebten in schrecklichen Umständen unter der Erde und in dunklen, geschlossenen Räumen,
Kellern, Schuppen oder leer stehenden Wohnungen. Sie waren oft versteckt in engen Räumen,
bedeckt mit Läusen und Fliegen, oft hungrig und mussten sich leise verhalten.
Weil Geräusche sie verraten würden, wurden die Babys oft an polnische Familien abgegeben,
da man es sich nicht leisten konnte, sich mit einem schreienden Baby zu verstecken.
Viele versteckten sich und lebten über Jahre hinweg in der Kanalisation.
Die Kanalisation wurde oft bombardiert.
Die sich versteckenden Personen fühlten sich oft isoliert und alleingelassen und es gab wenige Leute,
denen sie trauen konnten. Tagein tagaus fühlten sie sich verfolgt.
Sie mussten oft von einem Versteck zu einem anderen wechseln, was sehr gefährlich war.
Die Kinder waren völlig abhängig von den Personen, die sie versteckten, denn diese brachten Essen,
Kerzen und Abfallbehälter.
Juden, die nicht wie typische Juden aussahen und Geld hatten,
überlebten eher in ihrem Versteck, manche lebten sogar ohne sich zu verstecken.
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Weil jüdische Jungen beschnitten sind, war es einfacher für die Nazis, ihre wahre Identität herauszufinden.
Es gab keine Möglichkeit, dies zu verstecken. Daher war es für jüdische Jungen schwieriger, Personen zu finden,
die bereit waren, sie zu verstecken. Nichtjuden wollten nicht das hohe Risiko tragen, diese Jungen aufzunehmen
und als ihre eigenen durchzubringen, wenn sie leicht durch die Beschneidung identifiziert werden konnten.
Die Nazis zwangen oft männliche Juden, Kinder und Erwachsene mit vorgehaltener Pistole, ihre Hosen herunterzulassen,
um ihre Identität herauszufinden.
Nichtjuden nahmen daher lieber Mädchen auf, da sie diese als ihre eigenen Töchter durchbringen konnten.
Viele Juden gaben in ihrer Verzweiflung ihre jungen Kinder an eine nichtjüdische Familie ab, mit der Abmachung,
dass das Kind nachdem Krieg heimkehren würde.
Was auch passierte, war, dass entweder eine Familie verraten wurde und sie alle deswegen hingerichtet wurden oder
die Familie sich weigerte, die Kinder ihren richtigen Eltern zurückzugeben.
Viele der Flüchtlinge sowohl Erwachsene als auch Kinder wurden von Partisanen, die in den Wäldern lebten und kämpften, versteckt.
Etwas mehr als 40 % von denen sie in Verstecken lebten, sahen das Ende des Krieges.
Die Wahrscheinlichkeit zu überleben war nicht sehr hoch.
Die Hälfte oder mehr der Personen, die flohen sind vermutlich umgekommen, aber 99 % der Personen die nicht flohen, starben auch!
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Der Krieg wurde in Europa am 7. Mai 1945 in Rheims in Frankreich beendet,
wo die bedingungslose Kapitulation der Deutschen unterzeichnet wurde.
Hitler hatte schon vorher, am 30. April in seinem Berliner Bunker Selbstmord begangen.
Mehr als 35 Millionen Menschen, Zivilbevölkerung und Militär, hatten im 2.
Weltkrieg ihr Leben verloren.
Die Nazis ermordeten fast 12 Millionen Menschen, darunter 6 Millionen Juden und
Millionen von Zigeunern, Polen, Russen, Slawen, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Kommunisten und geistig Behinderte.
All diese wurden gezielt verfolgt und umgebracht.
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